18.
November 2000 Vesper im Münster Basel:
Voraufführung „Totentanz“ (Teile)
25.
November 2000 Ref. Kirche Pratteln:
„Totentanz“ (integrale Aufführung,
Texte, Dias)
Eine
Aufführung des Cantabile Chor Pratteln unter der
Leitung von Bernhard Dittmann
Ursula
Zeugin, Flöte - Walter Klein, Texte und Bilder -
Niggi Reiniger, Sprecher
Der
„Totentanz“ von Hugo Distler wurde im Jahre
1934 komponiert und in Lübeck uraufgeführt. Das
Werk verbindet 3 Elemente: eine Bearbeitung der
mittelniederdeutschen Verse des Lübecker
Totentanzes der Marienkirche - Thema und
Variationen des Liedes „Es ist ein Schnitter,
heisst der Tod“ für Flöte solo - und die 14
mystisch-medidativen Kompositionen für
vierstimmigen Chor a cappella auf Texte aus dem
„Cherubinischen Wandersmann“ von Angelus
Silesius.
Die
Verse beziehen sich auf die verloren gegangenen
Bilder und stellen das theatralische Moment des
Werkes dar: der Tod fordert zum Tanz auf – vom
Kaiser die Ständeordnung abwärts bis zum
Kind. Alle Abberufenen halten am Leben fest und
bitten um Aufschub - jedoch der Tod bleibt unberührt:
„Heut heisst’s: Nach meiner Pfeife
springen!“.
Von
den gesprochenen Versen leitet jeweils ein Flötensolo
zum nächsten Chorspruch über. Inhaltlich
formulieren die gesprochenen und die gesungenen
Texte den Zwiespalt zwischen der irdischen Pracht,
Macht und deren Besitz sowie ihrer Vergänglichkeit
und die Spannung zwischen irdischem und ewigem
Leben.
Musikalisch
stellt die Komposition eine Verbindung zwischen
mittelalterlichen Tonsystemen, klassischen
Satztechniken und modernen Harmonien her: ein
individuell geprägter Gang durch die Zeiten, der
geschichtlichen Allgegenwart des Todes
entsprechend.
Distler’s
Bezug zum deutschen Frühbarock des 16. und 17.
Jahrhunderts als Quelle der musikalischen und ästhetisch-konzeptionellen
Inspiration ist bekannt. Distler war ein
aufmerksamer und einfühlsamer Zeitgenosse
zwischen 2 Weltkriegen. Deshalb liegt auch eine
historische Verbindung zum grausamen 17.
Jahrhundert auf der Hand (siehe die Schütz-Studie
von Herbert Wernicke im Basler Theater). Wenn der Cantabile
Chor Pratteln sich zum Beginn eines neuen
Jahrtausends diesem Werk zuwendet, so spielen
drei Überlegungen eine Rolle: Die
Begeisterung für das Chorwerk Hugo Distler’s,
die Zusammenarbeit mit Pfarrer Walter Klein und
das Eingedenken in die Allmacht des Todes als
Grenze, aus der heraus der innere Wert des Lebens
erhellt.